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Die internationale Weinpresse

Die Welt der Weine ist ein schier unüberschaubarer Kosmos. Schon sich in einem Land zu Recht zu finden, ist nicht einfach. Manchmal scheint selbst ein Anbaugebiet (man denke nur an die Komplexität des Themas „Burgunder“) schon Lernstoff für ein ganzes Weinleben herzugeben. Es ist deshalb absolut legitim, sich Hilfe bei Weinprofis zu holen, denn diese Spezialisten mit ihren Publikationen helfen bei der Weinauswahl. Hier finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Wein-Kritiker, Wein-Guides, Wein-Magazine und Wein-Führer mit einer Kurzbeschreibung und dem Bewertungssystem. Aus diesen Quellen speisen sich auch zum größten Teil die Bewertungen der Weine des Sortiments von Wine in Black.

Herzliche Grüße
Die Weinredaktion von Wine in Black

Deutschland

Eichelmann Deutschlands Weine

Bewertungssystem: 50-100 und 1-5 Sterne

Jedes Jahr erscheint das Standardwerk "Eichelmann Deutschlands Weine" neu. Es bietet eine Einführung in die deutschen Weinanbaugebiete, alphabetisch geordnete Porträts zu den besten Erzeugern und die Bewertung und Beschreibung ihrer Weine. Gerhard Eichelmann benutzt für die Weinbewertungen die internationale 100-Punkte-Skala. Zusätzlich beurteilt er die Gesamtleistung eines Weingutes mit 1-5 Sternen.

Eichelmann Deutschlands Weine

Gault&Millau WeinGuide Deutschland

Bewertungssystem: 50-100 und 1-5 Trauben

Der Gault&Millau WeinGuide Deutschland ist der einflussreichste deutsche Weinführer und erscheint jährlich. Neben den Bewertungen der Weine, gibt es für jedes Weingut eine kurze Beschreibung und eine Auflistung der wichtigsten Fakten. Vertreten sind Weingüter aus allen 13 deutschen Anbaugebieten. Bewertet wird mit der internationalen 100-Punkte-Skala. Zusätzlich vergibt der Gault&Millau 1-5 Trauben für die Gesamtleistung eines Weingutes und kürt in verschiedenen Kategorien herausragende Persönlichkeiten des deutschen Weinbaus.

Gault&Millau WeinGuide Deutschland

Schweiz

Weinwisser

Bewertungssystem: 10-20 Punkte

Der Weinwisser ist in der Welt der Weinkritik eine Institution. Die 11x jährlich erscheinende Publikation ist gewissermaßen das deutschsprachige Pendant zu Robert Parker's Wine Advocate und genießt einen exzellenten Ruf. Gegründet wurde der Weinwisser 1992 vom renommierten Schweizer Weinkritiker René Gabriel und dem Gastronomie- und Weinjournalisten Wolfram Meister. Der ausgewiesene Bordeaux-Experte Gabriel ist auch heute noch Autor des Magazins und seine Bewertungen haben einen sehr hohen Stellenwert. Gibt er einem Wein die Höchstwertung von 20 Punkten, kommt das einem Ritterschlag gleich. Jährlich werden rund 4.000 Weine von einem Autorenteam verkostet und bewertet und mit ausführlichen Verkostungsnotizen bedacht, die sich in Umfang und Stil erfreulich von denen abheben, die üblicherweise publiziert werden.

Weinwisser

Österreich

Falstaff

Bewertungssystem: 50-100 und 1-5 Sterne

Falstaff ist ein österreichisches Wein- und Gourmet-Magazin, das sich als Quelle für seriöse Weinbewertungen aus der Alpenrepublik etabliert hat. Der Schwerpunkt liegt naturgemäß auf österreichischem Wein, es werden aber auch internationale Weine verkostet. Der jährlich erscheinende Falstaff Weinguide bietet umfassende Informationen über die Weingüter und Weine Österreichs, bewertet wird mit der internationalen 100-Punkte-Skala. Dazu gibt es noch eine allgemeine Bewertung für die Gesamtleistung eines Weingutes mit 1-5 Sternen.

Falstaff

Vinaria Weinguide

Bewertungssystem: 1-5 Sterne und 1-5 Kronen

Er ist neben dem Falstaff Weinguide und dem A-la-Carte-Wein-Führer einer der maßgeblichen Weinbibeln Österreichs: der Vinaria Weinguide der gleichnamigen Zeitschrift, die seit über 30 Jahren erscheint. Seit der ersten Edition 2000/01 hat sich dieses Weinbuch ein gutes Renommee erworben, stellt man hier doch hohe Ansprüche an die journalistische Qualität der Publikation und an das vinophile Niveau der aufgenommenen Weingüter. Diese werden mit 1-5 Kronen bedacht und mit einem ansprechenden Porträt vorgestellt. Für die Weine selbst stehen 1-5 Sterne und weitere Auszeichnungen bereit: FUN für hohes Trinkvergnügen, PLV für gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, TOP für Spitzenqualität und TIPP für die Empfehlungen der Verkoster.

Vinaria Weinguide

A la Carte Österreichs Wein-Führer

Bewertungssystem: 50-100 Punkte

A la Carte ist ein länderübergreifendes Magazin für Trink- und Esskultur, das in Österreich den renommierten "Guide A la Carte" herausgibt, der neben Restaurants auch Weine und Weingüter bewertet. Mit der Ausgabe 2014 erscheint der Weinteil erstmals als separates Buch, betreut von einem der erfahrensten Weinexperten der Alpenrepublik: Willibald Balanjuk. Ihm zur Seite steht eine Verkostungsjury, die Weine werden nach der 100 Punkte-Skala benotet. Dabei halten nur die Besten Einzug in diesen Weinführer, der damit als Essenz der Crème-de-la-Crème der österreichischen Weinkultur gelten darf.

A la Carte Österreichs Wein-Führer

Italien

Gambero Rosso

Bewertungssystem: 1-3 Gläser und 1 Stern

Der wichtigste italienische Weinführer, der einmal jährlich erscheint und einen umfangreichen Einblick in die italienische Weinszene gewährt. Das Bewertungssystem ist geradezu legendär. Es werden 1-3 Gläser verteilt, wobei die berühmten '3 Gläser im Gambero Rosso' den größten Adelsschlag bedeuten, den ein Wein in Italien bekommen kann. Bei den 2 Gläser-Weinen gibt es zudem zwei Kategorien. Neben den "normalen" schwarzen gibt es auch die roten 2 Gläser-Weine. Damit werden die "Finalisti" ausgezeichnet, die es bis in die letzte Runde geschafft haben, in der die begehrten 3 Gläser verteilt wurden. Es sind also "Fast-3-Gläser-Weine". Auch die Weingüter selbst werden bewertet. Für jeweils zehn 3 Gläser-Weine gibt es einen Stern. Eine Klassifikation der Jahrgänge in den wichtigsten Anbaugebieten Italiens rundet das Bewertungspanorama sinnvoll ab.

Gambero Rosso

I Vini di Veronelli

Bewertungssystem: 1-3 Sterne plus 50-100 Punkte

Der 'Veronelli', wie er kurz genannt wird, ist neben dem Gambero Rosso der wichtigste italienische Weinführer, dessen Bewertungen in Italien selbst einen hohen Stellenwert haben, der in Deutschland aber oftmals nur Italien-Insidern bekannt ist. Analog zum Gambero Rosso vergibt man 1-3 Sterne (statt 1-3 Gläser), schreibt allerdings die Punktzahl (nach der 100-Punkte-Skala) zusätzlich dazu. Zudem vergibt man für besonders gelungene Weine, unabhängig vom ihrem Verkostungsergebnis, eine 'Sonne'. Der Namensgeber Luigi Veronelli war einer der führenden Wein- und Restaurantkritiker Italiens, heute wird der 'Veronelli' von Gigi Brozzoni und dem in Florenz lebenden Amerikaner Daniel Thomases geschrieben.

I Vini di Veronelli

I Vini d'Italia

Bewertungssystem: 1-5 Flaschen und 1-3 Sterne

Der Weinführer "I Vini d'Italia" wird alljährlich vom italienischen Medienunternehmen "Gruppo Editoriale L’Espresso" mit Sitz in Rom herausgegeben, zu dem die bedeutende Wochenzeitung "l'Espresso" und die renommierte Tageszeitung "La Repubblica" gehören. Der Weinführer aus diesem Haus hat sich seit der Erstausgabe 2002 ein hohes Renommee erworben. Er gilt als unabhängig und schwimmt mit seinen Bewertungen auch gerne einmal gegen den Strom. Jährlich verkostet das Team über 25.000 Weine blind und bewertet sie mit 1-5 Flaschen – die 5-Flaschen-Weine werden heute in einem Atemzug mit den 3-Gläser-Weinen des Konkurrenten Gambero Rosso genannt. Darüber hinaus erhalten Weingüter mit einem hohen Qualitätsniveau und einem ausgeprägten, beständigen Stil *-*** (1-3 Sterne).

I Vini d'Italia

Bibenda

Bewertungssystem: 1-5 Trauben und 1-3 Sterne

Der "Bibenda" ist neben Gambero Rosso, Veronelli und l'Espresso einer der maßgeblichen Weinführer Italiens. Er wird von der Vereinigung italienischer Sommeliers AIS herausgegeben und ging mit der Ausgabe 2009 an den Start. Bis Edition 2013 firmierte er unter dem Namen "Duemilavini". Er vereint die Bewertungen der italienweit gut organisierten Sommeliers zu einem umfangreichen Standardwerk und gibt einen weit gefächerten Einblick in die enorme Bandbreite der italienischen Weinkultur. Bewertet werden die Weine im internationalen 100 Punkte-System, wobei ab einer bestimmten Punktzahl 1-5 Trauben (grappoli) vergeben werden. Die Top-Note 5 Trauben genießt inzwischen einen vergleichbaren Stellenwert wie die 3 Gläser des Gambero Rosso, und entsprechend gefragt sind die mit ihr ausgezeichneten Weine. Zusätzlich prämiert der "Bibenda" noch die besten Restaurants Italiens.

Bibenda

SlowWine

Bewertungssystem: Schnecke, Flasche oder Euro-Münze

Wohl kaum ein Weinführer hat in so kurzer Zeit eine solche Bedeutung erlangt wie derjenige der internationalen Slow Food-Bewegung. Seit der Erstausgabe 2011 ist der guida jedes Jahr beträchtlich angewachsen und hat mittlerweile den Umfang des Gambero Rosso erreicht. Und dabei verzichtet man hier auf die üblichen Punkte, Sterne, Gläser etc. und geht neue Bewertungswege. Die Schnecke, das Logo von Slow Food, erhält ein Erzeuger, wenn er die Prinzipien und Ideen von Slow Food lebt und umsetzt. Eine Flasche gibt's für Weingüter, die zu den Spitzenbetrieben des Anbaugebietes zählen, und eine Euro-Münze winkt bei einem besonders guten Preis-Genuss-Verhältnis. Für die einzelnen Weine stehen ebenfalls drei Auszeichnungen bereit: "Vino Slow" für Weine mit ausgeprägtem Terroircharakter, großer Persönlichkeit und einer guten Preis-Leistungs-Relation, "Grande Vino" für Spitzenweine und "Vino Quotidiano" für Jeden-Tag-Tropfen mit optimalem Preis-Genuss-Verhältnis. Detailreiche und unterhaltsame Porträts der Weingüter runden diesen erfrischend anderen und erfreulich unabhängigen Weinführer ab.

SlowWine

Frankreich

Le Guide Bettane & Desseauve des Vins de France

Bewertungssystem: 12-20 Punkte und 1-5 Punkte

Michel Bettane und Thierry Desseauve sind wohl die beiden wichtigsten Weinkritiker Frankreichs und haben über 20 Jahre für die "La Revue du Vin de France" gearbeitet. Ihr eigener Weinführer fällt allein schon durch den enormen Umfang auf und hat sich schnell als Kontrapunkt zum Weinratgeber ihres ehemaligen Arbeitgebers etabliert. Bewertet wird nach der 20 Punkte-Skala, dazu gibt es 1-5 Punkte für die allgemeine Leistungsfähigkeit eines Weingutes. Außerdem kürt der Weinführer in jedem Anbaugebiet besonders gelungene Weine in verschiedenen Kategorien. Durch ihre jahrzehntelange Erfahrung mit dem Wein ihrer Heimat werden die Meinungen der beiden Kritiker hochgeschätzt.

Le Guide Bettane & Desseauve des Vins de France

La Revue du Vin de France

Bewertungssystem: 12-20 Punkte und 1-3 Sterne

Das Magazin "La Revue du Vin de France" gehört zu den wichtigsten Wein-Publikationen Frankreichs, deren Einfluss auch in die Wein-Produktion hineinreicht. Und sie ist eine der ältesten, denn sie wurde bereits 1927 gegründet. Über 20 Jahre waren Michel Bettane und Thierry Desseauve die wichtigsten Weinkritiker der "La Revue du Vin de France", doch als das Magazin 2004 von der Gruppe Marie Claire übernommen wurde, verließen beide die Zeitung und gründeten ihren eigenen Weinverlag. Neben der monatlichen Weinzeitschrift gibt es zwei Weinführer, einmal den "Le Guide des meilleurs vins de France" und "Le Guide des meilleurs vins de France à moins de 20€ !". Vor allem der erste gilt als wichtige Quelle für Informationen über französischen Wein. Bewertet wird nach der 20 Punkte-Skala, dazu werden 1-3 Sterne für die allgemeine Leistungsfähigkeit eines Weingutes vergeben. Neben den Weinbewertungen gibt es auch Infos zu den Weingütern, Anbaugebieten und den Jahrgängen.

La Revue du Vin de France

Le Guide Hachette des Vins

Bewertungssystem: 1-3 Sterne und ein optionales Herz

Jährlich seit 1985 erscheinender Weinführer, der insbesondere in Frankreich eine sehr hohe Wertschätzung genießt. Mit 10.000 verkosteten Weinen eine überaus wertvolle Quelle für Informationen über französischen Wein. Der Guide Hachette hat den Ruf, besonders unabhängig zu sein, was seine Bewertungen für viele Weintrinker zu den seriösesten macht, die man finden kann. Bewertet wird in einem *-*** 1-3 Sterne-System, dazu kommt der sogenannte Coup de Cœur, der durch ein Herz dargestellt wird und in Frankreich einen geradezu legendären Ruf hat. Weine mit dieser Auszeichnung gelten als besonders attraktiv, auch weil sich hier viele sehr gute preiswerte Weine finden lassen. Wenn man ein großes Interesse speziell an französischen Weinen hat, dann kommt man am Guide Hachette nicht vorbei!

Gilbert & Gaillard Guide des Vins France

Bewertungssystem: 50-100 Punkte

François Gilbert und Philippe Gaillard sind zwei der bekanntesten französischen Weinkritiker. Sie waren Ressortleiter bei dem großen Pariser Verlagshaus "Presses de la Cité" und haben sich 1989 zusammengetan. Seit 1991 geben sie Führer und Magazine selbst heraus, darunter ihren "Guide des Vins", der anfangs nur Frankreich abdeckte, sich inzwischen aber zu einem weltweiten Weinführer geformt hat. Das Buch enthält eine sorgfältig erarbeitete Sammlung an Weinen, die ein internationales Team ausnahmslos blind verkostet und im 100 Punkte-System bewertet. Die Noten gelten als ausgesprochen objektiv – wenn ein Wein hier eine hohe Punktzahl erreicht, dann ist er auch exzeptionell gut.

Gilbert & Gaillard Guide des Vins France

Gault & Millau

Bewertungssystem: 10-20 Punkte

Gault&Millau, die französische Gourmet-Institution, geht mit ihrer französischen Weinabteilung erstaunlich eigene Wege. Nicht nur, dass die Weinbewertungen im 20-Punkte-System seit ein paar Jahren nur noch online auf der Internetplattform veröffentlicht werden. Hier wird, neben den großen Namen, immer öfter unbekannten und preiswerten Weinen Raum geschenkt. Auch biologische und biodynamische Weine genießen große Aufmerksamkeit. Das ist vor allem Pierre Guigui zu verdanken, dem "Mr Vin du Gault Millau". Der sympathische wie nonkonformistische Chef-Verkoster legt großen Wert auf authentische, von der Natur und dem Terroir geprägte Weine – erhält ein Wein bei ihm eine hohe Bewertung, darf man sicher sein, dass er sein Geld allemal wert ist.

Gault & Millau

Spanien

Guía Peñín

Bewertungssystem: 50-100 Punkte und 3-5 Sterne

Der Guía Peñín vom spanischen Wein-Kritiker José Peñín gilt als jährliches Standardwerk über spanischen Wein. José Peñín hat in seinem Heimatland ungefähr den Status, den Robert Parker in den USA besitzt. Berühmt sind seine umfangreichen Verkostungen, die wohl zu den aufwendigsten in der gesamten Weinwelt gehören. Bewertet wird mit der internationalen 100-Punkte-Skala, dazu gibt es eine allgemeine Beurteilung des Jahrgangs je nach Region.

Guía Peñín

Guía Proensa

Bewertungssystem: 50-100 Punkte

Andrés Proensa ist neben José Peñín einer der Veteranen der spanischen Weinkritik. Als langjähriger Chefredakteur des in Spanien sehr populären Guía de Vinos Gourmets hat es sich in seiner Heimat einen sehr guten Ruf erworben. Seinen eigenen Weinführer der Guía Proensa de los mejores vinos de España gibt es seit 2000. Er hat sich neben dem Guía Peñín als wichtigster Weinführer Spaniens etabliert. Bewertet wird nach der internationalen 100 Punkte-Skala, wobei Andrés Proensa einer der wenigen Weinkritiker ist, der diese auch nutzt, sowohl nach oben, als auch nach unten. Das wird oftmals kritisiert, weil auch ein €20-Wein hier 100 Punkte bekommen kann und ein €100-Wein nur 85 Punkte. Doch immerhin hat der Mann eine Meinung und versteckt sich nicht hinter den immer gleichen Punktzahlen irgendwo zwischen 88 und 93 Punkten, die andere Weinkritiker für 90% der bewerteten Weine bereit halten.

Guía Proensa

Guía de Vinos Gourmets

Bewertungssystem: 80-100 Punkte

Der Weinführer der traditionsreichen Zeitschrift "Club de Gourmets", die auch Spaniens bedeutsamsten Restaurantführer publiziert, ist einer der ältesten des Landes. Er erschien erstmals 1983 und bewertet Weine aus praktisch allen spanischen Anbaugebieten. Die Verkostungen werden blind und nach überdurchschnittlich strengen Regeln abgehalten. So werden nicht mehr als 20 Weine pro Degustation probiert, und nur eine Auswahl an Weinen eines Weinguts wird benotet. Dafür sind die Weinbeschreibungen in der Regel länger und geben schnell zu erkennen, dass sich das Verkosterteam für jeden Wein ungewöhnlich viel Zeit genommen hat. Bis zur Ausgabe 2013 wurde im eigenwilligen 10er-System mit Viertel-Dezimalstellen benotet, seit der 2014er Edition gilt die international gängige 100-Punkte-Skala.

Guía de Vinos Gourmets

England

Robert Parker's Wine Advocate

Bewertungssystem: 50-100 Punkte

Oft kopiert, viel beneidet und selten erreicht: profunde Weinkritik à la Robert Parker! Der amerikanische Wein-Guru ist mit seinem Wine Advocate und der hochkarätigen Crew, die er an Bord hat, nach wie vor das Maß aller Dinge, geht um die profunde Benotung von Weinen. Die berühmte 100 Punkte-Skala wurde von Robert Parker in die Welt gesetzt und hat sich fast überall als Bewertungs-Schema durchgesetzt. Und galt Robert Parker's Wine Advocate lange Zeit vor allem für Bordeaux als Maßstab, werden heute Weine aus aller Welt bewertet.

Robert Parker's Wine Advocate

Decanter

Bewertungssystem: 1- 5 Punkte und 12-20 Punkte und 50-100 Punkte

Der Decanter ist das wichtigste britische Wein-Magazin, das monatlich in über 90 Ländern der Erde erhältlich ist. Für die umfangreichen Weinbewertungen verwenden die renommierten Kritiker – darunter einige mit dem renommierten Titel 'Master of Wine' – das Sterne-System *-***** (1 bis 5 Sterne) und zusätzlich das 20- und 100-Punktesystem. Außerdem veranstaltet das Magazin jedes Jahr die Decanter World Wine Awards und kürt eine Person als 'Decanter Man/Woman of the Year', eine der höchsten Auszeichnungen in der Weinbranche.

Decanter

Der kleine Johnson

Bewertungssystem: 1-4 Sterne

Seit über 35 Jahren leistet der Engländer Hugh Johnson mit seinem Taschenbuch 'Der kleine Johnson' einen wertvollen Beitrag zum Weinwissen. Und nach wie vor ist dieses Buch ein unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Wein-Bibliothek. Sein seit jeher gepflegter, sehr süffisanter Stil hebt sich immer noch wohltuend ab von vielen allzu akademischen Beiträgen zum Thema Wein. Bewertet wird mit einer 1-4 Sterne-Skala, dazu gibt es farbige Sterne für besonders gute Weine und einen Hinweis, welche Jahrgänge die Trinkreife erreicht haben. Auf Extraseiten findet man ein Rebsorten-Lexikon, Tipps zu Wein und Speisen und allgemeine Jahrgangsbewertungen.

Der kleine Johnson

Jancis Robinson

Bewertungssystem: 12-20 Punkte

Jancis Robinson ist die berühmteste Weinkritikerin der Welt und schafft es seit Jahrzehnten, ihren tadellosen Ruf zu untermauern. Bereits 1984 holte sie sich den legendären 'Master of Wine' und mit ihrem 'The Oxford Companion to Wine' hat sie eine unübertroffene Wein-Enzyklopädie geschaffen, die einmalig ist und als das Wein-Lexikon schlechthin gilt. Die Anzahl ihrer Auszeichnungen ist telefonbuchlang, die gut gepflegte Homepage ist eine der besten Webseiten über Wein, die es gibt. Bewertet wird nach der 20 Punkte-Skala, wobei Jancis Robinson, britisch streng, nur sehr selten die Höchstzahl vergibt. Doch alles ab 16 Punkten kann man getrost probieren, generell gelten die Bewertungen, die Jancis Robinson und ihr Team abgeben, als unbestechlich und profund.

Oz Clarke Pocket Wine Book

Bewertungssystem: 1-3 Sterne

Robin "Oz" Clarke ist der populärste britische Weinkritiker und einer der vielseitigsten. Er startete seine berufliche Laufbahn als Schauspieler und Sänger, bis er sich mehr und mehr der Weinwelt widmete. Er war Weinkorrespondent des Sunday Express und des Daily Telegraph, arbeitete für die BBC und schrieb eine Reihe exzellenter Weinbücher, die für ihre Qualität prämiert wurden. Für seine Verdienste um den französischen Wein wurde ihm von der französischen Regierung der Titel "Officier de l'Ordre du Mérite Agricole" verliehen. Einer seiner Buchklassiker ist das "Oz Clarke Pocket Wine Book", das seit der Erstausgabe 1993 jährlich erscheint. In dieser alphabetisch geordneten Enzyklopädie werden Weine wie auch Weingüter mit 1-3 Sternen bewertet – neben dem kleinen Johnson das Wein-Standardwerk im Taschenformat mit angenehm persönlicher Note.

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